Starkregen und heftige Gewitter im Frankenberger Land
Feuerwehr pausenlos im Einsatz
Frankenberg. Starkregen, heftige Gewitter und Hagelschauer haben am Freitagabend für teilweise chaotische Verhältnisse im Frankenberger Land gesorgt. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser, Bäume stürzten um, in einem Frankenberger Wohngebiet fiel der Strom aus. Zehn der 13 Feuerwehren der Stadt Frankenberg, Nachbarwehren aus Rosenthal und Roda sowie ein Zug des Technischens Hilfswerkes waren pausenlos im Einsatz. Auch Einsatzkräfte des Frankenberger Bauhofes und Landwirte halfen mit ihren Schleppern.
Besonders betroffen war erneut der 800-Einwohner-Ort Willersdorf, wo es bereits in der Nacht zu Donnerstag schwere Überschwemmungen gegeben hatte. "Da ist praktisch der ganze Ort abgesoffen", sagte der Frankenberger Wehrführer Stefan Stroß. Allein in Willersdorf seien etwa 60 bis 70 von insgesamt 140 Einsatzkräften gebunden gewesen. Eine mit Holzpfählen abgestützte Scheune direkt am Buchbach sei vom Einsturz bedroht gewesen. Das Technische Hilfswerk habe mit Sandsäcken ein weiteres Haus gesichert.
Für kurze Zeit sei eine
Person vermisst gewesen. "Wir hatten schon
ein Boot in Marsch gesetzt", berichtete der
Einsatzleiter. Doch dann sei die vermisste
Person zum Glück wieder aufgetaucht.
Eine fröhliche Jubiläumsfeier zum
100-jährigen Bestehen der Feuerwehr sollte
die "Hasenparty" im Willersdorfer Festzelt
werden. Doch Regen und Hagel sorgten für ein
Chaos. Barfuß mussten die Besucher durch
zentimeter hohes Wasser das Zelt verlassen,
als der sindflutartige Regen endlich
nachließ. "Ich habe in vielen Jahren bei der
Feuerwehr schon manches erlebt. Aber so
etwas auch noch nicht", sagte Wehrführer
Stefan Stroß der HNA.
Nach Angaben der Polizei war am Freitagabend
gegen 20.30 Uhr für alle Feuerwehren eine
Unwetterwarnung ausgegeben worden. Zu
Verkehrsbehinderungen kam es nach
Polizeiangaben zwischen Dainrode und Geismar.
Die Straße zwischen der
Friedrich-Trost-Schule und Geismar wurde
wegen Überschwemmung gesperrt.
Feuerwehrleute beseitigten zwischen
Wangershausen und Rengershausen umgestürzte
Bäume. An mehreren Stellen im Frankenberger
Stadtgebiet - unter anderem im Schnödeweg,
in der Ederstraße, im Wulfspfad und in der
Marburger Straße - wurden Gullydeckel durch
die Wassermassen hochgespült. Im Wohngebiet
Ortsgrund fiel teilweise der Strom aus. Die
Bundesstraße 252 wurde bei Schmittlotheim
von einer Schlammlawine überschwemmt. Ein
beherzter Landwirt machte die Straße mit
seinem Schlepper mit Frontlader wieder frei.
Erst gegen 1 Uhr beruhigte sich die
Wetterlage.
Am gestrigen Samstag waren zahlreiche
Feuerwehrleute und Bauhofmitarbeiter mit
Aufräumarbeiten beschäftigt. Mit Sorge sah
der Frankenberger Wehrführer Stefan Stroß
zum Himmel: "Wir haben schon wieder eine
Unwetterwarnung." Die Feuerwehrleute in
Willersdorf wollen ihr Jubiläum trotzdem
feiern. (off)





